Gesellschaft / Geschichte
Minenarbeiter in Tkibuli fordern mehr Sicherheit
Arbeiter in den Kohleminen von Tkibuli im westlichen Georgien haben die Betreiber der Minen aufgefordert, den Betrieb so lange zu unterbrechen, bis Arbeitsbedingungen und Sicherheitsstandards ein angemessenes Maß erreicht hätten. Im vergangenen Jahr ist es in den Minen zu zwei Unfällen mit zehn Todesopfern gekommen.

Eine Gruppe der insgesamt rund 1500 Angestellten stellte einen Forderungskatalog und empfahl, dass das Minenunternehmen im Austausch mit der Regierung an einer Verbesserung der Situation für die Angestellten arbeite. Unterstützung erhielt die Gruppe von der Vereinigung der georgischen Gewerkschaften GTUC. Ein Sprecher der Gewerkschaftsvereinigung nannte die Forderung nach einem temporären Arbeitsstopp begründet. Solange die Gefahr eines erneuten Unfalls nicht ausgeschlossen werden könne, müsse die Arbeit ruhen.

Die Angestellten der Minen verlangten bei einem Protest in Tkibuli einen Tarifvertrag und einen Ausbau der bestehenden medizinischen Versorgung vor Ort; diese wurde als unzureichend bezeichnet. Verletzte Arbeiter würden bislang in ein 60 Kilometer entferntes Krankenhaus gebracht. Die für den jetzigen Zustand der Minen verantwortlichen Personen sollten zudem gefeuert werden, so eine weitere Forderung. Von Seiten der Betreiberfirma gab es bislang keine Reaktion auf die Forderung der Arbeiter.

Vor wenigen Wochen waren in einer der Minen von Tkibuli sechs Arbeiter bei einem Unfall ums Leben gekommen. Das Ergebnis der offiziellen Untersuchung der Unfallursache steht noch aus. Die Gewerkschaftsvereinigung hat angekündigt, ukrainische Experten für weitere Prüfungen einzuladen. Die Betreiberfirma hat diesem Vorschlag zugestimmt. Im Mai 2017 starben vier weitere bei einem Unfall.
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