Gesellschaft / Geschichte
Bildquelle Twitter / Mikheil Janelidze
Patriarch Ilia II. begeht 40. Jubiläum. Auch Papst und Queen gratulieren.
Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Svetitskhoveli Kathedrale von Mtskheta - der Überlieferung nach der Gründungsort der georgisch-orthodoxen Kirche - gratulierten Vertreter aus Kirche, Staat und Gesellschaft Patriarch Ilia II. zum 40. Jahrestag seiner Einsegnung in das Amt.


Staatspräsident: Inthronisierung Ilias II. bedeutendstes Ereignis für Georgiens jüngere Geschichte

"Mit Dank und in Hochachtung begeht die Gemeinschaft der georgisch-orthodoxen Kirche diesen Tag. Eure Heiligkeit ist in seinem geistlichen Wirken ein Segen Gottes und in seiner säkularen Präsenz von historischer Bedeutung", sagte Premierminister Kvirikashvili in seiner Würdigung.

Und Staatspräsident Giorgi Margvelashvili schrieb: "Vor vier Jahrzehnten hätte niemand für möglich gehalten, was aus heutiger Sicht niemand in Frage stellt: Dass Ihre Inthronisierung das geschichtlich bedeutendste Ereignis für unsere Nation während dieser Zeit werden sollte." Womit Margvelashvili das Patriarchat Ilias II. in dessen Bedeutung sogar über weltliche Ereignisse wie die Selbstbefreiung Georgiens aus der Umklammerung durch die Sowjetunion oder den Aufbau eines unabhängigen, demokratischen Staates hob.

Ilia II. ist unangefochten die Führungspersönlichkeit in Georgien

Tatsächlich dürfte Patriarch Ilia II. für die Mehrheit der Georgier unangefochten die am höchsten geachtete Führungspersönlichkeit des Landes sein. Die Autorität des auch in säkularen Fragen hoch Gebildeten reicht weit über religiöse Angelegenheiten hinaus. Dabei zeichnet sich Patriarch Ilia II. immer wieder auch als derjenige aus, der in umstrittenen oder polarisierenden Fragen vermittelnde und versachlichende Impulse gibt.

Auch Papst und Queen gratulieren

In zahlreichen Glückwunsch-Adressen zu seinem Festtag hoben dies auch Vertreter aus der internationalen Politik und von anderen Religionsgemeinschaften hervor.

Zu den Gratulanten gehörten unter anderem Queen Elizabeth II., die sich in ihrem Schreiben für ein Treffen mit Patriarch Ilia II. bedankte, das sie "tief beeindruckt habe" sowie Papst Franziskus, der erst jüngst zu einem viel beachteten Besuch in Georgien war.

Vor dem Hintergrund einer historisch eher spannungsreichen Geschichte, die die georgisch-orthodoxe und die römisch-katholische Kirche verbindet, bekommen die Worte seines Glückwunsch-Schreibens besondere Bedeutung: "40 Jahre sind in der Bibel eine besondere Zahl. Denn 40 Jahre ließ der Herr sein Volk durch die Wüste wandern, bis es das gelobte Land gefunden hatte. Ich bin Gott dankbar dafür, dass er uns persönlich zusammen geführt hat und umarme Sie in brüderlicher Liebe."
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